IMG_8804

Ausstellungseröffnung „Geld regiert die Welt“

Derzeit lädt die Sonderausstellung   „Geld regiert die Welt“  noch bis zum 30. Juli in das Stadtmuseum. Sie präsentiert eine Auswahl  wertvoller Schwabacher Münzen und Medaillen aus dem Schatz vom Verein für Schwabacher Münzen.  Eingebunden werden diese Exponate  in eine umfangreiche Bilderschau,  welche die beiden städtischen Schulen Berufsoberschule und Wirtschaftsschule zusammengestellt haben. 

17 Klassen hatten hier mitgewirkt, um die Geschichte des Zahlungsverkehrs vom Naturalhandel  über die Einführung der verschiedenen, wegweisenden Münzen in der Antike und des  Papiergeldes in Europa , über die Münze-Stätte im Mittelalter bis hin zu den Vorstellungen des Zahlungsverkehrs in der Zukunft aufzuarbeiten und in anschaulichen und informativen Bilder darzustellen.  Selbst die  musikalische Umrahmung bei der Ausstellungseröffnung passte sich dem Geld-Thema an.   Thomas Bauer, Lehrkraft an der Berufsoberschule und Wirtschaftsschule, am Piano und sein Gitarren-Kollegen Dino Würtinger präsentierten gekonnt deshalb nur Songs ums Geld bzw. Money von Abba, Pink Floyd und The Dire Straits. Stellvertretend für die Stadt Schwabach hob Museumsleiter Tobias Schmid das gelungene Ergebnis der erstmaligen Kooperation vom Verein für Schwabacher Münzen und der Berufsober- bzw. der Wirtschaftsschule sowie dem  Stadtmuseum sehr lobend hervor.

Gegenüber den illustren Gästen mit Landtagsabgeordnetem Karl Freller, Altbürgermeisterin Rosy Stengel, Altoberbürgermeister Hartwig Reimann, den Stadträten Karin Holuba-Rau und Martin Szauer, Daniela Heil vom Vorstand der Sparkasse Mittelfranken Süd, die diese Ausstellung auch finanziell unterstützt hatte, sowie Eltern und Schülern und etlichen Vertretern von Vereinen hob Museumsleiter Tobias Schmid hervor, dass mit diesem Projekt eine Partizipation verwirklicht worden sei, die für ihn als Museumsleiter zu einer Herzensangelegenheit gehöre. Ausgehend von den alten, wertvollen  Münzen, die der Verein Münzen für Schwabach zur Verfügung stellte, wurde das Thema Geld auf die gesamte Zeit des Zahlungsverkehrs von den Anfängen bis in die Zukunft hinein durch die Wirtschaftsschule und die Berufsoberschule selbstständig aufgegriffen, in informativen und anschaulichen Plakaten.  Zwar habe das Museum den Schülerinnen und Schülern Hilfestellungen, Beratungen und Unterstützung bei der Konzeption gegeben, aber sämtliche Inhalte wurden von den Schülern selbstständig erarbeitet. Das Museum habe sich hier völlig herausgehalten. Deshalb seien wirklich die authentischen  Schüler-Arbeiten zu sehen. Auf diese Weise leistet diese Ausstellung einen Beitrag im Sinne des Museums, Geschichte zu pflegen, vor allem wenn sie auch noch an einem Ort wie Schwabach, der alten Münzstadt, verankert werde.  Damit sei diese Ausstellung durchaus auch ein Vorbild für andere, weitere Kooperationen mit dem Museum.

Selbstverständlich war auch  Peter Birle, Schulleiter der Berufsoberschule und der Wirtschaftsschule, von dem Ausstellungsergebnis seiner gesamten Schülerschaft  sehr angetan, so dass er sich bei allen beteiligten Akteuren herzlich bedankte.  Das Thema sei aktuell wie nie, bekräftigte er.  Gerade die hier präsentierte Geschichte des Zahlungsverkehrs zeige, wie sehr das Geld  die Kultur der Menschen beeinflusst habe.  Er erinnerte, dass 1967 der weltweit erste Bargeldautomat aufgestellt worden sei. Heute,  50 Jahre später, werde dagegen schon die Notwendigkeit von Bargeld offen in Frage gestellt. Die Digitalisierung habe das Geldwesen entscheidend verändert. Digitale Währungen,  bekannt  als Kryptwährungen, hätten  weltweit an Bedeutung gewonnen. „ Die bekannte Kryptowährung  Bitcoin verzeichnet seit Jahresbeginn einen rasanten Kursanstieg mit  300 Prozent. Das heißt,  sie hat im März den Goldwert erreicht und liegt nun bei rund 2.500 Euro.“, erklärte Peter Birle. Allerdings seien diese Kryptowährungen hochspekulativ. In diesem Zusammenhang  blickte der Schulleiter auf die aktuelle Entwicklung, die wohl  auf eine Zukunft ohne Bargeld hinziele. Doch Umfragen in der Bevölkerung bestätigten eher das Gegenteil: „Ohne Bargeld soll’s nicht gehen!“. Denn Bargeld garantiere noch immer persönliche Freiheit und Vertraulichkeit in der Verwendung des Geldes und mit Bargeld verbinde man nicht zuletzt auch ein Stück weit kulturelle Identität. Die Zukunft des Geldes sei eben ein sensibles Thema, das verlange,   die Menschen „mitzunehmen“, wozu auch diese umfangreiche Ausstellung beitrage.

Mit einer  Sonder-Jubiläumsmedaille zum 900-jährigen Jubiläum gratulierte der Vorsitzende des Vereins für Schwabacher Münzen Norbert Bickel der Stadt Schwabach. Die Nummer 1 dieser Sonderprägung in Silber überreichte er gemeinsam mit dem Schöpfer dieser Medaille Jürgen Schwab in der Tracht als Münzknecht des 17. Jahrhunderts, an die Kulturamtsleiterin Sandra Hoffmann-Rivero. Stellvertretend für die Schwabacher Stadtspitze nahm sie diese in Empfang und drückte dabei auch aus,  dass ein Jubiläumswunsch der Stadt  damit in Erfüllung gegangen sei.

Der Verein für Schwabacher Münzen präsentiere bei dieser Ausstellung  21 Münzen  und  damit 21 historische Höhepunkte aus der Geschichte als Schwabacher Münzstadt.  Die Bedeutung von Münzen lasse sich mit dem „Facebook“ von heute vergleichen, meinte  Norbert Bickel. Denn kaum jemand der kleinen Leute habe damals je einen Markgrafen von Angesicht gesehen. „Die Münzen berichteten  insgesamt von guten und schlechten Zeiten bzw. Ereignissen“. Bis jetzt habe der Verein über 1000 Schwabacher Münzen erwerben können. Da es sich hierbei um Markgrafen-Münzen handelte,  freute sich Norbert Bickel, dass die Familie vom Freiherrn Tassilo von Falkenhausen, anerkannte Nachfahren der Söhne von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich mit Elisabeth Wünsch, der Ausstellungseröffnung beiwohnten und sich an der historischen Prägemaschine aus dem 17. Jahrhundert auch noch selbst eine Jubiläumsmedaille aus Zinn prägte. Für interessierte Bürgerinnen und Bürger steht „Münzknecht“ Jürgen Schwab  am Sonntag,  23.Juli von 10.00-12.00 Uhr im Stadtmuseum bereit, um Jubiläumsmedaillen aus Zinn für 5 Euro zu prägen. Zudem besteht die Möglichkeit, eine der limitierten Medaillen in Silber für 45 Euro sowie den informativen Münz-Katalog für eine Schutzgebühr von 2 Euro zu erwerben.

(Text und Bilder: Ursula Kaiser-Biburger)

IMG_8804 IMG_8844 IMG_8778