ADAC von Johannes Schubert

ADAC-Ausstellung in der Schulaula

„Schatten – Ich wollte doch leben!“

Eröffnung der nachdenklich machenden ADAC-Ausstellung in der Wirtschaftsschule“

„Ich wollte doch leben“ – Diese Aussage vermitteln sechs lebensgroße schwarze Silhouetten, die wie Schatten aus dem Totenreich in der Aula der städtischen Wirtschaftsschule wie Mahnmale errichtet worden sind. Sie erzählen vom Schicksal junger Verkehrsteilnehmer, die im Alter zwischen 15 und 24 Jahren im Straßenverkehr tödlich verunglückt sind. Es sind reale, keine erfundene Geschichten, die berühren. Eine von diesen ist die der 15-jährigen Sahra. Diese und die anderen fünf konnten dank der Zustimmung der Angehörigen, der Eltern hier veröffentlicht werden. So liest man auf der Rückseite von Sahras Silhouette: „Ich fühlte mich sicher“.  Man erfährt, dass sie zusammen mit ihrem Freund auf dem Rücksitz des Autos ihres jungen Bekannten Platz genommen hat, um in den Nachbarsort zu kommen. Doch der 20-jährige Fahrer verliert auf dem kurzen Weg dahin die Kontrolle über das Auto und prallt gegen einen Baum. Sarah und ihr Freund sind sofort tot, während der Fahrer nur leicht verletzt ist. Mit diesen knappen Geschichten will der ADAC junge Menschen wie die Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule bewusst betroffen machen, wachrütteln und für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren. Schließlich ist das Risiko für junge Fahranfänger bis zum 24. Lebensjahr drei Mal höher als das aller anderen Altersgruppen. Deshalb freut sich die Schulleitung mit Peter Birle, Claus Bauer und Michael Stierand, dass diese Wanderausstellung vom ADAC Nürnberg für zwei Wochen bis Freitag, 22. Juni an der Wirtschaftsschule Station macht.  Herbert Behlert, Vorsitzender des ADAC Nordbayern, erläutert den Hintergrund für dieses Ausstellungsprojekt: „Der ADAC will damit bewusst Grenzen überschreiten und so möglichst viel junge Leute für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität gewinnen.“ Nicht nur die positiven Seiten im Straßenverkehr seien dem ADAC wichtig, sondern man setze sich auch mit den Schattenseiten auseinander, um die Unfallzahlen gerade für diese Altersgruppe zu senken, betont Herbert Behlert.  Deshalb biete der ADAC auf seinem Fahrsicherheitszentrum Nordbayern in Schlüsselfeld  das „Junge-Fahrer-Training“ an, das speziell für Fahranfänger konzipiert worden sei, um intensiv auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen und präventives Verhalten zu vermitteln. Denn mangelnde Erfahrung, unzureichende Fahrzeugbeherrschung, das Ablenkungspotenzial durch digitale Medien im Straßenverkehr und jugendlicher Leichtsinn würden das Unfallrisiko enorm erhöhen.  Mit  dieser Aktion hier sollen die jungen Verkehrsteilnehmer, jungen Motorradfahrer und jungen Autofahrerinnen und Autofahrer auf den lauernden Tod auf der Straße aufmerksam gemacht werden. Referent Frank Klingenberg und Gerald Kappler vom städtischen Amt für Innere Dienste und Schule hat denn gleich die positive Wirkung dieser Ausstellung angesprochen: „Sie bietet den Schülern eine echte Chance, sich die Gefahren bewusst zu machen.“ Dass dies nötig sei, hätten auch Erwin Leitner, Polizeioberrat der Schwabacher Polizeiinspektion und Michael Schoplocher von der Schwabacher Verkehrswacht erkannt: „2017 kamen in Bayern bei Straßenverkehrsunfällen 72 junge Frauen und Männer ums Leben. Die häufigste Unfallursache bei jungen Beteiligten ist die Ablenkung durch die digitalen Medien, gefolgt von zu hoher, das heißt von nicht angepasster Geschwindigkeit. Jeder Unfall ist tragisch und einer zu viel. Und die Bilder gehen auch einem Polizisten nicht aus dem Kopf.“, bekräftigte Erwin Leitner überzeugend.  (T+B: U. Kaiser-Biburger)

ADAC von Johannes Schubert